
Köln, die größte Stadt Nordrhein-Westfalens, assoziieren viele Menschen lediglich mit Dom und Karneval. Doch die Stadt bietet mehr als ausgelassenes Feiern. Köln ist nicht nur die viertgrößte, sondern auch eine der ältesten Städte Deutschlands. Schon die Römer schlugen hier ihr Feldlager auf und installierten damals eine bemerkenswerte Infrastruktur. Die Stadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium war auch zu dieser Zeit schon durch ihre Lage am Rhein ein wichtiger Handelsstandort und Verkehrsknotenpunkt. Aufgrund ihrer Bedeutung expandierte Köln bald über seine Stadtmauern hinaus. Durch die rege Bautätigkeit über die Jahrhunderte hinweg entwickelte sich hier eine bunte Vielfalt in der Architektur der Stadt. Die wichtige Verkehrslage der Stadt führte aber auch dazu, dass fast 80 Prozent Kölns im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört wurden. In der Nachkriegszeit war die Militärregierung vor allem auf die Schaffung günstiger Wohnimmobilien bedacht. Aus dieser Zeit stammen gleichförmige Mietshäuser und auch die folgenden Jahrzehnte brachten dem Kölner Stadtbild vor allem funktionale Betonbauten. In den Achtzigern besann man sich auf die architektonische Aufwertung des Stadtbildes. Diese Bewegung dauert bis heute an.
Heute existiert in Köln eine reiche Architekturlandschaft und die kulturelle Bedeutung der Stadt ist ungemindert. Die architektonischen Herausforderungen und Möglichkeiten der Stadt am Rhein haben schon viele bedeutende Bauwerke hervorgebracht. Kölner Architekten arbeiten heute vor allem an der Ausrichtung der Stadt zum Fluss hin und mit der Umstrukturierung des Rheinauhafens wird derzeit Kölns größtes Stadtentwicklungsvorhaben realisiert. Auch der Hochwasserschutz der Stadt wird nicht rein pragmatisch umgesetzt, sondern gestalterisch in die Hände von Kölner Architekturbüros gelegt. Zusätzlich zu anspruchsvollen Neubauprojekten ist auch die Revitalisierung erhaltener Baudenkmäler Anliegen von Architekten und Städtebauern aus Köln.
