
Begrünte Fassaden werten die triste Optik von so manchem Gebäude auf. Jedoch lassen Efeu und Co. manche Immobilie ebenso langweilig wie davor erscheinen. Hatte früher die Fassadenbegrünung den praktischen Sinn Heizkosten zu senken oder den Putz zu schützen, da die Pflanzen eine dämmende Schicht vor das Gebäude legten ist es heute meist Dekorationszweck. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Architektur entdeckt immer mehr den Teil der begrünten Landschaft an nahezu jeder Immobilie, auch mitten in der Stadt. Und die jüngsten Projekte trotzen jedem Vorurteil der so genannten „Architekten-Schmiere“. „Ist der Entwurf verpatzt, kann der Architekt seinem Bauherrn nur empfehlen, Wilden Wein zu pflanzen“, soll der Architekt Frank Lloyd Wright gesagt haben. Er entwarf etwa das Guggenheim Museum in NewYork.
So können begrünte Fassaden tatsächlich helfen, unansehnliche Architektur, wie etwa fensterlose Giebeln oder triste Klötze in der Landschaft zu verschönern. Neben dem ästhetischen Aspekt rückt auch wieder der ökologische Nutzen von Fassadenbegrünung auf Immobilien in den Vordergrund. Pflanzen werden bewusst in die Architektur mit eingebaut. Sie senken die Kosten von Heizung und Kühlung, ebenso wie sie die Luftqualität aktiv verbessern. Die vertikalen Grünflächen bieten zudem Heimatstätten für zahlreiche Tierarten. Neben Insekten, die die gepflanzten Blumen bestäuben, finden auch Vögel sichere Nistplätze. Diesen ökologischen Aspekt beziehen die Architekten auch in ihre Projekte mit ein. Tiere sind ein Gradmesser zur Luftverschmutzung oder dem Lärmpegel an oder in einer Immobilie. Damit beweist die innovative Architektur, dass Gärten auch in den Himmel wachsen können und nicht nur den Immobilien auf dem Land vorbehalten sind.