
Spielen, Lachen, Rennen - was machen Kinder im Kindergartenalter lieber als das? Ein Kindergarten soll den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft einen Platz zum Toben, Lernen und zum Knüpfen erster sozialer Kontakte bieten. In nicht wenigen Fällen hält eine Kindergartenfreundschaft ein ganzes Leben lang. Längst ist ein Kindergarten nicht mehr die „Kinderbewahranstalt“ die er einst war. Er ergänzt die Erziehung der Familie und lässt den Kleinsten frühe Bildung und Förderung zukommen. Leider muss dies alles allzu oft in grauer Betonlandschaft oder in zweckmäßigen, lieblos aufgebauten Pavillons stattfinden, was einer kreativen, phantasievollen Frühförderung nicht unbedingt in die Hände spielt.
Hier kommt die Architektur ins Spiel. Viele Architekten und Architekturbüros haben sich dem Bau von Kindergärten angenommen und die reine Zweckmäßigkeit in die Vergangenheit verbannt. In den aktuellen Projekten spiegelt sich häufig ein durchdachtes Konzept wider. Die Giancarlo Mazzanti Architekten stützten sich in ihren Plänen zum Timayui Kindergarten in Kolumbien auf das pädagogische Konzept des Italieners Loris Magaluzzi, die Tellus Nursery School von Tham & Videgard Arkitekter in Stockholm setzt vor allem auf das Miteinander verschiedener Kindergartengruppen. In Spanien verwirklichte Alejandro Muñoz Miranda mit dem Kindergarten in Albolote ein einmaliges Lichtspiel, das die Phantasie der Kinder anregen soll.
Die Rolle der Architektur bei der Umsetzung von pädagogischen Konzepten ist nicht zu unterschätzen. Raumaufteilung, Farbgestaltung und auch die Gestaltung der Außenanlagen sind wichtige Aspekte. Die Architekten müssen sich also bei dem Bau von Kindergärten auch mit dem dahinterstehenden Konzept auseinandersetzen. Viele haben sich dieser Herausforderung gestellt und damit einzigartige anregende Projekte geschaffen.